Tonbandgerät wollten von Anfang an mit ihren Liedern Momentaufnahmen festhalten. Vom Leben, wie es sich gerade anfühlt. Als die Band vor 20 Jahren gegründet wurde, waren die großen Fragen noch andere: Schaffe ich das Abitur? Was kommt danach? Was bedeutet die erste Liebe? Und was passiert, wenn plötzlich alle Freunde wegziehen? Niemand konnte wissen, dass aus diesen Momentaufnahmen einmal 20 Jahre werden würden.
Und das ist vielleicht das Erstaunlichste an der Geschichte: Die Band ist gemeinsam mit ihren Mitgliedern groß geworden. Oder die Mitglieder mit der Band. Die längste Zeit ihres Lebens waren sie Teil dieses kleinen Kosmos aus Musik, Freundschaften und gemeinsamen Geschichten. Aus einer jungen Band, die ihre ersten Gehversuche auf kleinen Hamburger Bühnen machte, vor denen eine Handvoll Freunde auf Freigetränke hoffte, wurden unzählige Konzerte in ganz Deutschland, den USA, China und Israel und ein gemeinsames musikalisches Leben, das sich über zwei Jahrzehnte erstreckt.
Das gilt auch für die Menschen vor der Bühne. Viele begleiten Tonbandgerät seit Jahren oder sogar seit den ersten Konzerten. Sie erzählen von Liedern, die auf ihrer Hochzeit liefen, von Freundschaften, die auf Tonbandgerät Konzerten entstanden sind, und von Songzeilen, die als Tattoos auf der Haut geblieben sind.
Das ist für Tonbandgerät manchmal selbst schwer zu begreifen. Und vielleicht das größte Geschenk, das eine Band bekommen kann: zu merken, dass die eigenen Momentaufnahmen längst Teil der Lebensgeschichten anderer Menschen geworden sind.
„Ich drück Record, nie Pause“ hieß das Motto zum zehnten Geburtstag. Eine Pause gab es tatsächlich erst nach 19 Jahren Bandgeschichte. Ansonsten passt der Satz noch immer erstaunlich gut.
Denn natürlich hat sich in 20 Jahren einiges verändert. Die Band selbst. Das Leben außerhalb der Band. Bassistin Isa hat Tonbandgerät 2022 verlassen. Die anderen haben geheiratet, Kinder und Hunde, und nach den Konzerten wird inzwischen deutlich mehr alkoholfreies Bier getrunken als früher. Auch die Fragen, die in den Songs auftauchen, sind andere geworden.

